27 Mrz 2017

Sil­via Groh­mann ist Spit­zen­kan­di­da­tin für die ÖH-Wahl 2017 der Akti­ons­Ge­mein­schaft. In die­sem Inter­view spricht sie über ihre bis­he­ri­ge Arbeit in der Akti­ons­Ge­mein­schaft, ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment und wie man all das und ein erfolg­rei­ches Stu­di­um unter einen Hut bringt. Viel Spaß beim Lesen!


Wie hast du zur Akti­ons­Ge­mein­schaft gefun­den?

Ich wan­der­te schon immer mit offe­nen Augen durchs Leben und konn­te daher noch nie still sit­zen blei­ben. Wenn sich mir irgend­wo eine Gele­gen­heit auf­tat, wo dabei zu sein, mit­zu­hel­fen und ein­fach mei­nen Teil zu leis­ten. Und gen­au so erging es mir dann auch im Stu­di­um. Die Fakul­täts­ver­tre­tung Jus und Akti­ons­Ge­mein­schaft Jus waren von Beginn an immer prä­sent an mei­nem Stand­ort und so dau­er­te es natür­li­ch nicht lan­ge, bis ich mich über die freund­li­chen Stu­die­ren­den in den bun­ten Polos erkun­dig­te, die uns bei jeder Fra­ge und jedem Pro­blem zur Sei­te stan­den. Je mehr ich dann über die Akti­ons­Ge­mein­schaft und die Hoch­schul­ver­tre­tung erfuhr, desto grö­ßer wur­de mein Wunsch, ein Teil davon zu wer­den. Nun, etli­che Semes­ter spä­ter, hat sich mei­ne Begeis­te­rung, mich für die Stu­den­ten ein­zu­set­zen, noch immer nicht gelegt.

Was hast du bis­her alles gemacht?

Mei­ne ers­ten Schrit­te in der hoch­schul­po­li­ti­schen Welt sozu­sa­gen, mach­te ich im Bera­tungs­ser­vice der Fakul­täts­ver­tre­tung Jus. Seit­dem habe ich dort ein Man­dat über­nom­men und wirk­te auch eini­ge Zeit im Vor­sitz­team mit. Bestand­teil mei­nes Ver­tre­tungs­all­ta­ges sind selbst­ver­ständ­li­ch auch diver­se Gre­mi­en, wie die Fakul­täts­kon­fe­renz, die Stu­di­en­kon­fe­renz, diver­se Kom­mis­sio­nen und die UV-Sit­zun­gen.

In der Akti­ons­ge­mein­schaft begann ich kur­ze Zeit nach mei­nem Ein­stieg in die Fakul­täts­ver­tre­tung. Zuer­st als Mit­glied der Akti­ons­Ge­mein­schaft Jus und spä­ter dann auch der Akti­ons­Ge­mein­schaft Uni Wien. In mei­ner Zeit bei unse­rer Orga­ni­sa­ti­on war ich unter ande­rem stell­ver­tre­ten­der Obmann der Akti­ons­Ge­mein­schaft Jus und auch der Akti­ons­Ge­mein­schaft Uni Wien. Seit eini­ger Zeit, freue ich mich, Mit­glied des Bun­des­vor­stan­des zu sein.

Wo hast du gemerkt, dass dei­ne Arbeit einem Stu­den­ten gehol­fen hat? 

Wie viel direk­ten Ein­fluss unse­re Arbeit wirk­li­ch hat, wur­de mir vor allem durch mei­ne Tätig­keit als Teil der Kurie der Fakul­täts­ver­tre­tung Jus bewusst. Unter Lei­tung unse­rer Kurien­spre­che­rin waren wir immer wie­der in Fäl­le invol­viert, in denen Stu­die­ren­de mit abso­lut unge­rech­ten Prü­fungs­si­tua­tio­nen kon­fron­tiert wur­den. Haut­nah dar­an mit­zu­wir­ken, wie die­se Prü­fun­gen erfolg­reich ange­foch­ten wur­den und wir so fai­re Bedin­gun­gen für unse­re Mit­stu­die­ren­den schaf­fen konn­ten, war für mich eine mei­ner ers­ten wirk­li­ch ein­schnei­den­den Erfah­run­gen in der Inter­es­sen­ver­tre­tung. Die­ser Gedan­ke, ein offe­nes Ohr für die Pro­ble­me aller Stu­die­ren­den zu haben und die­se direkt anzu­pa­cken, hat sich tief in mir ver­an­kert und hält sich bis heu­te.

Was will­st du in der Bun­des-ÖH ändern?

Mein Ziel ist es, dass es uns Stu­die­ren­den end­li­ch wie­der mög­li­ch gemacht wird, zu stu­die­ren. Denn ein Stu­di­um in Öster­reich muss end­li­ch wie­der Qua­li­tät haben. Jeder Stu­die­ren­de hat das Recht auf einen Platz in sei­ner Lehr­ver­an­stal­tung. Und jeder Stu­die­ren­de hat es ver­dient, mehr zu sein, als nur eine Matri­kel­num­mer. Sze­nen, in denen Stu­die­ren­de vor dem Hör­saal ste­hen, weil die­ser schon zu voll ist, sol­len end­li­ch der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Eben­so muss es wie­der mög­li­ch gemacht wer­den, ein Stu­di­um flüs­sig durch­zu­zie­hen, ohne Ver­zö­ge­run­gen auf­grund feh­len­der Res­sour­cen oder gar Kno­ck-Out Prü­fun­gen mit­ten im Stu­di­um, die nur dar­auf abzie­len, die Stu­die­ren­den­zah­len zu mini­mie­ren. Um die­se Pro­ble­me end­li­ch an der Wur­zel zu packen, braucht es eine star­ke ÖH, die nicht nur stur ihren ideo­lo­gi­schen Kurs fährt. Durch die momen­ta­nen poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen wird es uns ermög­licht, zumin­dest eine vor­über­ge­hen­de Lösung zu fin­den. Für uns Stu­die­ren­de dabei das Bes­te her­aus­zu­ho­len, hat für mich ober­s­te Prio­ri­tät. Denn für uns geht es hier um mehr als nur das Set­zen eines State­ments, es geht um unse­re Zukunft.

Was stört dich am meis­ten an der jet­zi­gen ÖH?

Silvia Grohmann

Die ÖH soll­te eigent­li­ch eine kom­pe­ten­te Ver­tre­tung für uns Stu­die­ren­de gegen­über der Poli­tik sein und aktiv bei der Gesetz­ge­bung mit­wir­ken. Sie soll­te seriö­ser Ansprech­part­ner für alle Sei­ten sein und sich für die Inter­es­sen aller Stu­die­ren­der stark machen. Doch die Rea­li­tät sieht anders aus. Von der Poli­tik und der Öffent­lich­keit wird die ÖH mitt­ler­wei­le nicht mehr ern­st genom­men. Kein Wun­der, denn sie ist mehr damit beschäf­tigt die gesell­schafts­po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen eini­ger weni­ger in den Vor­der­grund zu rücken, anstatt sich auf ihre Kern­kom­pe­ten­zen zu kon­zen­trie­ren. Ich fin­de es bedau­erns­wert, dass für uns Stu­die­ren­de dadurch unser Ein­fluss lang­sam schwin­det. Die Welt um uns steht nicht still und es wer­den stän­dig hoch­schul­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen gefällt, die uns direkt betref­fen. Eine ÖH, die davor ihre Augen ver­schließt, kann die­se Pro­zes­se nicht auf­hal­ten. Viel eher gesche­hen sie dann ein­fach ohne ihr, und somit auch ohne Stim­me für uns Stu­die­ren­de. Es scheint, als wäre unser Sprach­rohr ein­ge­ros­tet und als hät­ten wir somit unse­re Stim­me schon fast ver­lo­ren. Denn wenn wir Stu­die­ren­de uns in stu­di­en­re­le­van­ten The­men nicht für unse­re Anlie­gen ein­set­zen, wer wird es denn son­st für uns tun? Nie­mand. Wir müs­sen jetzt anpa­cken und uns für eine ÖH ein­set­zen, die wie­der den Stu­die­ren­den in den Mit­tel­punkt stellt.

Was sagt dei­ne Fami­lie zu dei­nem Enga­ge­ment in der ÖH

Mei­ne Fami­lie kennt mich nun doch schon seit über 20 Jah­ren und weiß, wie ich ticke. So war es für sie über­haupt kei­ne Über­ra­schung, dass ich auch auf Uni-Ebe­ne mal wie­der nicht die Fin­ger von der Ver­tre­tungs­ar­beit las­sen konn­te.– ich bin wohl ein­fach unver­bes­ser­li­ch. Das macht mich aus und gen­au so liebt mich mei­ne Fami­lie nun ein­mal. Mei­ne Eltern fie­bern von Kärn­ten aus immer mit und bei unse­ren Fami­li­en­fei­ern gehö­ren hoch­schul­po­li­ti­sche The­men mitt­ler­wei­le zur fes­ten Tages­ord­nung. Mein Bru­der, der schon seit eini­gen Semes­tern an der MedU­ni Wien stu­diert, ist eine gro­ße Stüt­ze für mich und mein ganz per­sön­li­ches Stück Zuhau­se hier in unse­rer neu­en Hei­mat Wien.

Was treib­st du so in der Frei­zeit?

Haupt­sa­che mal was erle­ben. Ich bin für alles offen und für jeden Spaß zu haben. Daher gibt es weni­ge Sport­ar­ten, die ich noch nicht aus­pro­biert habe. Die Hob­bys, die mich aber schon von klein auf beglei­ten sind vor allem Ten­nis, Ski­fah­ren, Snow­boar­den, Rei­ten und Lau­fen. Ich bin über­haupt ger­ne in der Natur und in den Ber­gen. – ein Kärnt­ner Vor­zei­ge­kli­schee eben. Gleich­zei­tig packt mich aber auch oft genug das Fern­weh, denn ich lie­be es, zu ver­rei­sen und neue Orte und Men­schen ken­nen zu ler­nen.

Außer­dem koche ich auch gern; das aber am liebs­ten in Gesell­schaft mei­ner Freun­de. Wenn es die Zeit ein­mal zulässt, gehe ich wochen­ends in Aus­stel­lun­gen oder mache mir einen fau­len Sonn­tag­nach­mit­tag mit einem guten Buch; am liebs­ten sol­che, die mir von Fami­lie und Freun­den emp­foh­len wur­den.

Ruft dann doch das legen­dä­re Wie­ner Night­li­fe, stim­me ich mich am liebs­ten mit einem Moscow Mule dar­auf ein – der guten Erin­ne­run­gen an laue Som­mer­näch­te wegen. Obwohl Wien für mich längst zu „mei­ner“ Stadt gewor­den ist, habe ich hier immer noch kein Lieb­lings­lo­kal gefun­den. Doch wer weiß, viel­leicht ändert sich das ja bald.

Steck­brief:
Sil­via Groh­mann ist 22 Jah­re und in Feld­kir­chen auf­ge­wach­sen. 2013 wur­de sie AHS-Lan­des­schul­spre­che­rin in Kärn­ten. Nach ihrer Matu­ra ver­brach­te sie eini­ge Zeit in Mün­chen ging dana­ch nach Wien um Rechts­wis­sen­schaf­ten zu stu­die­ren. Seit dem zwei­ten Semes­ter enga­gier­te sie sich bei der Fakul­täts­ver­tre­tung Jus. Neben­bei stu­diert sie noch Che­mie an der Hauptu­ni Wien.

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