Hochschulzugang

Staatliche Finanzierung

Die Ausgaben für die Hochschulen in unserem Land liegen im OECD-Vergleich nur im Mittelfeld. Daher ist es nötig ausreichend finanzielle Mittel für die Weiterentwicklung unseres tertiären Bildungssektors zur Verfügung zu stellen, um in diesen investieren zu können. Nur so kann gewährleistet werden, dass - vor dem Hintergrund einer steigenden Studierendenzahl - die Qualität an den Hochschulen erhalten bleibt und so die Studenten optimale Bedingungen an ihrer Bildungseinrichtung vorfinden. Daher fordern wir die von der Bundesregierung versprochenen 2% des BIP für den tertiären Bildungsbereich! Durch eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung soll außerdem sichergestellt werden, dass die Qualität für jeden einzelnen Studierenden gesichert wird. Das bedeutet, dass die finanziellen Mittel pro vergebenem Studienplatz zur Verfügung gestellt werden und nicht wie bisher für die gesamte Hochschule.

Drittmittelfinanzierung

Wir sehen Kooperationen mit der Privatwirtschaft als Chance für die Hochschulen in unserem Land. Die Freiheit der Lehre, Wissenschaft und Forschung muss dabei als oberstes Gut unangetastet bleiben. Solche zusätzlichen Mittel wirken der chronischen Unterfinanzierung unserer Hochschulen entgegen. Auch im Bereich der Forschung kann die private Hand dazu beitragen, Forschungsprojekte zu ermöglichen, um so Innovationen voranzutreiben. Drittmittelfinanzierung darf aber nicht dazu führen, dass es zu Kürzungen bei der staatlichen Finanzierung kommt.

Studiengebühren

Die AktionsGemeinschaft bekennt sich zur staatlichen Grundfinanzierung des österreichischen Hochschulsystems. Die derzeitigen Probleme der Hochschulen liegen im System selbst und sind nicht durch die Einhebung von Studienbeiträgen zu lösen.

Die Steuerlast in Österreich ist besonders hoch. Die Bundesregierung argumentiert die Einhebung der hohen Steuern damit, dass sie eine breite staatliche Infrastruktur bereitstellt, die die Bürger wiederum nutzen können. Auch die Bereitstellung von Bildungseinrichtungen fällt unter die Aufgaben des Staates, die von den erwerbstätigen Menschen in Österreich finanziert wird. Der Staat investiert somit in die Zukunft der nächsten Generation, damit diese eine qualitativ hochwertige Ausbildung genießen, später einen guten Job haben und durch ihre Abgaben erneut in die Bildungseinrichtungen investieren kann.

Diese Kreislauffinanzierung der Bildungsinfrastruktur würde durch die Einhebung von Studiengebühren ad absurdum geführt werden. Studiengebühren würden einer Art „Studierendensteuer“ entsprechen, die das Versagen der Politik in der Hochschulfinanzierung ausgleichen soll.

Die AktionsGemeinschaft spricht sich daher gegen die Einführung von Studienbeiträgen aus, weil:

➢ in vielen Studien die vorgesehene Studienzeit nicht unter annehmbaren Studienbedingungen eingehalten werden kann,

➢ es nicht sichergestellt ist, dass die staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen um den eingehobenen Studienbeitrag gekürzt werden,

➢ es nicht sichergestellt ist, dass das Geld studienort-, studienplatz-, und zweckgebunden für die Lehre verwendet werden würde,

➢ das staatliche Studienförderungssystem nicht garantiert, dass jemandem aus finanziellen Gründen die Absolvierung eines Hochschulstudiums verwehrt bleiben würde.

➢ die Einführung von Studiengebühren in der Vergangenheit gezeigt hat, dass es zu keiner maßgeblichen Verbesserung der Bedingungen gekommen ist.

Hochschulfinanzierung

Zugangsmanagement in Form eines fairen und transparenten Aufnahmetests

Für uns hat die Qualität des Studiums höchste Priorität. Um diese zu gewährleisten, muss die Anzahl der Studienbeginner an die Kapazitäten angepasst werden. Daher ist es in einigen überlaufenen Studiengängen unumgänglich, ein Zugangsmanagement in Form eines für das Studium geeigneten Aufnahmetests einzuführen bzw. beizubehalten. Dies erhöht die Qualität des Studiums und ermöglicht ein schnelles Vorankommen, da es der Platzproblematik entgegenwirkt.

Gebühren bei Aufnahmeverfahren

Bei Aufnahmeverfahren ist es berechtigt, eine Kaution in angemessener Höhe einzuheben. Diese ist aber bei vollständigem Durchlaufen des Aufnahmeverfahrens in voller Höhe zurückzuerstatten und darf nicht als Kofinanzierung des Aufnahmeverfahrens eingehoben werden.

Freiwilliger Interessenstest

Jedem Maturanten soll die kostenlose Möglichkeit geboten werden einen Selbsteinstufungstest zu absolvieren. Dieser soll die Interessen aufzeigen, um eine geeignete Studienwahl treffen zu können.

Ausbau der Maturantenberatung

Die Beratung angehender Studierender muss stark ausgebaut werden. Viele angehende Studierende wissen nicht über das umfangreiche Studienangebot Bescheid und inskribieren deshalb in stark nachgefragten Richtungen. Die ÖH muss mehr Aufklärung über Studienrichtungen an Schulen betreiben, um frühestmöglich falsche Vorstellungen von den jeweiligen Studien richtigzustellen.

Zugang im Winter- und Sommersemester zu Bachelor- und Masterstudien

Der Studienbeginn soll in allen Studienrichtungen sowohl im Winter- als auch im Sommersemester möglich sein. Bei Aufnahmeverfahren, sollen diese in jedem Semester abgehalten werden, damit auch ein Einstieg im Sommersemester möglich ist. Auch die notwendigen Einführungslehrveranstaltungen sollen im Winter- und Sommersemester angeboten werden.

Keine doppelten Studiengebühren für Drittstaatsangehörige

Es ist nicht rational begründbar, warum Drittstaatsangehörige doppelte Studiengebühren entrichten müssen. Kulturelle Vielfalt kann viel mehr als Chance betrachtet werden, welche das gegenseitige Verstehen fördert. Natürlich müssen auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche es den Studierenden mit Drittstaatangehörigkeit ermöglichen nach ihrem Studium in Österreich zu bleiben und hier Fuß zu fassen. Wir setzen uns daher für die Herabsetzung der Studiengebühren von Drittstaatsangehörigen auf das einfache Maß ein.